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Das Porte-èpèe

Funktion und Ursprung

Das Porte-épée stellte ein zentrales Rang- und Würdeabzeichen der Offiziere dar und war aus Seide in Kombination mit Goldgespinst gefertigt. Innerhalb der österreichischen Armee war es – im Gegensatz zu anderen europäischen Heeren, etwa dem preußischen – nicht einheitlich gestaltet, sondern in Ausführung und Material je nach Rang abgestuft. Seine formale und funktionale Ausprägung orientierte sich an den Quasten der Offizierspartisanen.

Oskar Teuber führte den Ursprung des Portepees auf die charakteristischen Fransen und Quasten der Partisane zurück. Er argumentierte, dass Offiziere bei Gelegenheiten, in denen die schwere Stangenwaffe nicht mitgeführt wurde, deren Quaste oder eine entsprechende Ersatzform am Griff des Degens oder Säbels beziehungsweise am Stock anbrachten, um den eigenen Rang sichtbar zu machen. Diese Herleitung bewertete Teuber als plausibler als die verbreitete Ableitung des Portepees aus dem Faustriemen zur Sicherung der Seitenwaffe.

Die Partisane als Rangabzeichen

Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts fungierten Partisanen in der kaiserlichen Armee als primäres Rangabzeichen der Offiziere der Infanterie. Unter Prinz Eugen erfuhr die Partisane eine Verkürzung; das breite, messerförmige Blatt war am Ansatz zum Schaft häufig mit einem kunstvoll ziselierten Doppeladler versehen. Die unterhalb des Doppeladlers angebrachte Quaste diente der Kennzeichnung des jeweiligen Chargengrades und war entweder vollständig aus Gold oder aus einer Mischung von Gold und Seide gefertigt.

Bei Obersten war die lange eiserne Spitze, zumindest jedoch das Beil der Partisane, vergoldet oder mit Gold eingelegt. Der hölzerne Schaft war mit Samt überzogen und im oberen Bereich mit goldenen Schnüren umwickelt, die in einer schweren Quaste zusammenliefen. Die Partisanen der Stabsoffiziere, Hauptleute und Subalternoffiziere folgten demselben Grundschema, waren jedoch rangbedingt weniger aufwendig ausgeführt. Der Schaft bestand hier aus poliertem Holz ohne Samtüberzug; die Quaste war aus Gold gefertigt, dem Silber und Seide beigemischt waren.

Während des Österreichischen Erbfolgekrieges war die Partisane der Obersten vollständig vergoldet und mit einer goldenen Quaste versehen. Die der Oberstleutnants war lediglich im oberen Bereich vergoldet; ihre Quaste bestand aus Goldgespinst mit schwarzer Seide. Hauptleute führten eine im unteren Bereich vergoldete Partisane mit einer Würdequaste aus gelber und schwarzer Seide. Leutnants trugen eine unvergoldete Partisane und führten keine Quaste.

Husaren-Mannschaft Faustriemen um 1800
Offiziers-Portepee aus der Zeit Maria Theresias
Offiziers-Portepee aus der Zeit Kaiser Franz Joseph 1. (FJ.1.)
Offiziers-Portepee aus der Zeit Kaiser Karl 1. (K.1.)
Original verpacktes FJ.1. Offiziers-Portepee
Offiziers-Portepee mit dem Porträt seiner Majestät Kaiser Franz Joseph 1. am Knopf.
Portepee für einen Marine-Beamten um 1900.
Miniatur-Portepee mit dem Porträt Kaiser Franz Joseph I. am Knopf als Uhrkette.
Original-Montage eines F.II.- Portepees auf einem Offiziersdegen um 1800