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1901 Ungarischer Pallasch - Crabatische Wehr:
384
Ungarischer Pallasch - Crabatische Wehr
um 1594/98
 
Dieser ungarische Pallasch wurde von der leichten ungarischen, der husarischen Reiterei geführt (siehe „Schwerter und Säbel aus der Steiermark Seite 44).Der achteckige birnenförmige Knauf dieses Pallaschs ist mit gewellten Linien und Punkten verziert und weist oben noch einen kleinen Endknopf auf. Das, nach dem Knauf achteckig geformte Griffholz ist mit Spagat umwunden und mit dünnem Leder überzogen. Die im Zeughaus in Graz befindlichen Exemplare dieses ungarischen Pallaschs sind in den Griffvertiefungen mit gedrilltem Kupferdraht umwunden, welcher bei diesem Exemplar nicht mehr vorhanden ist. Das Griffstück wird oben und unten von jeweils einem schön geflochtenen Türkenbund abgeschlossen. Die flache Parierstange ist an den beiden Enden stark nach unten gebogen. Die verbreiterten Enden zeigen an der Außenseite ebenfalls schlangenartig gewellte Verzierungen. Ein rundes Stichblatt, außen tellerförmig nach oben gebogen läuft innen in einer, nach unten gebogenem dreieckigem Spitz aus. Unter dem Stichblatt ist das Scheidenmundblech so angelötet, dass es das Eindringen von Regenwasser verhindert. Die Bestandteile des Gefäßes sind verzinnt und weisen daher im Gegensatz zur Klinge keine Rostnarben auf.

Die linsenförmige Klinge ist an der Außenseite mit dem steirischen Klingenzeichen – zwei sich gegenüberstehende gezackten Halbmonde – und einem, von einem Kreuz überhöhten Reichsapfel geschmückt. An der Innenseite ist nur der Reichsapfel zu sehen. Wagner beschreibt dieses Reichsapfel-Klingenzeichen auf Seite 166 als Marke des Klingenschmiedes Heinrich Coll, der zwischen 1590 und 1610 gearbeitet hat.

Die hölzerne Scheide ist mit fast schwarzem Leder überzogen und wird im Grazer Zeughaus mit „ungarische Ausführung“ bezeichnet. Zwei Blechspangenpaare sind mit beweglichen Trageringen ausgerüstet und zwei weitere Blechspangen halten die vom Ortblech ausgehende vordere Blechkante welche teilweise jene Naht abdeckt, mit welcher das Leder zusammen gehalten wird. Unten endet das Ortblech mit geradem Abschluss.